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D
3.1.2 Humanverträglichkeit
Die verwendeten Materialien müssen physiologisch unbedenklich sein. Bezüglich der bei höheren Temperaturen ausdünstenden Substanzen muss toxikologische Unbedenklichkeit bestehen.
3.1.3 Verpackung
Die Fertigteile müssen luftdurchlässig verpackt sein und bei Anlieferung in größeren Verpackungs-einheiten (Kartonagen, Paletten) dort auch so gestapelt oder angeordnet sein, dass eine Luftzirku-lation möglich ist.
3.2 Herstellung
Spritzgießverfahren
3.3 Ausführungen
─TL 524 76, Ausführung ohne Index:
POM-Standard-Spritzgusstyp für z. B. Lautsprecherabdeckungen, Kraftstoff-Fördereinheiten und Verbindungselemente (Clips).
─TL 524 76, Ausführung A:
POM, gegen den Einfluss saurer Medien additiviert, für z. B. Kraftstoff-Fördereinheiten von Dieselfahrzeugen mit erhöhter Anforderung an die Beständigkeit gegenüber Dieselkraftstoff-Abbauprodukten.
3.4 Kennzeichnung nach VDA 260
Beide Ausführungen: >POM<
3.5 Konditionierung
Die für die einzelnen Prüfungen erforderlichen Proben sind vor den Prüfungen mindestens 48 h im Normalklima DIN 50 014 - 23/50-2 zu konditionieren.
3.6 Gültigkeit der Anforderungen
Die geforderten Zahlenwerte gelten für jede Einzelmessung.
3.7 Werkstoff
Siehe Abschnitt 5.1.
─Ausführung ohne Index:
Polyoxymethylen (POM)-Homo- wahlweise Copolymerisat.
─Ausführung A:
Polyoxymethylen (POM)-Copolymerisat, gegen den Einfluss saurer Medien additiviert.
3.8 Farbton
─Ausführung ohne Index:
Nach Zeichnung.
─Ausführung A:
Zur besseren Unterscheidung zur Ausführung ohne Index vorzugsweise orangefarben pigmen-tiert.Seite 3
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D 4 Eigenschaften
Siehe Tabelle 1.
Tabelle 1
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5 Prüfungshinweise
5.1 Werkstoff
Die Identitätsprüfung erfolgt infrarotspektroskopisch.
5.2 Schmelztemperatur
Wird zur Bestimmung der Schmelztemperatur die DSC-Methode gewählt, ist wie folgt zu verfahren: Als Prüfgerät kann z. B. das DSC7 der Firma Perking Elmer verwendet werden. Als Probe dient ein planparalleler Fertigteilabschnitt mit einer Masse von ca. 10 mg.
Prüfparameter: Die Probe wird von 50 °C auf 180 °C mit einer Aufheizrate von 10 °C/min aufge-heizt. Die Untersuchung findet unter Raumatmosphäre statt.
5.3 Kugeldruckhärte
Die Messungen sind an mindestens drei (20 x 20) mm großen Probekörpern auszuführen (2 Mes-sungen je Probe). Bei Proben, die aus einseitig genarbten Fertigteilen herausgearbeitet wurden, ist mit Hilfe eines Planschleifgerätes die Narbung zu entfernen. Die so geschaffene plane Fläche dient als Auflagefläche. Die Messung erfolgt auf der unbearbeiteten Rückseite. Messzeit 10 s.
5.4 Streckspannung und Streckdehnung
Zugversuch nach DIN EN ISO 527-2, Probekörper 5A, Prüfgeschwindigkeit 50 mm/min. Ist die Entnahme des Probekörpers 5A nicht möglich, ist die Verwendung von S3A-Zugproben (Schulter-stab) nach DIN 53 504 zulässig.
5.5 Schlagzähigkeit
Schlagbiegeversuch (breitseitiger Schlag) gemäß DIN EN ISO 179-1, jedoch Probekörper Länge: (50 ± 1) mm, Breite: (6 ± 0,2) mm, Dicke entsprechend der Erzeugnisdicke (bis max. 4 mm); Wider-lagerabstand (Stützweite): 40 mm, Prüfgerät Pendelschlagwerk 4J.
Aus einseitig genarbten oder lackierten Fertigteilen hergestellte Proben sind so auf die Widerlager des Pendelschlagwerkes zu legen, dass die genarbte oder lackierte Seite gegen die Hammer-schneide zeigt.
5.6 Kerbschlagzähigkeit
Schlagbiegeversuch (breitseitiger Schlag) gemäß DIN EN ISO 179-1, jedoch Probekörper Länge: (50 ± 1) mm, Breite: (6 ± 0,2) mm, Dicke entsprechend der Erzeugnisdicke (bis max. 4 mm); Wider-lagerabstand (Stützweite): 40 mm, Prüfgerät Pendelschlagwerk 4J.
Die Proben werden breitseitig mit einer 0,8 mm breiten U-förmigen Kerbe versehen. Die Kerbtiefe beträgt 1/3 der Probendicke. Die den Kerbgrund begrenzenden Kanten müssen einen Rundungs-halbmesser von < 0,1 mm aufweisen.
Aus einseitig genarbten Fertigteilen hergestellte Proben werden auf der genarbten Seite gekerbt. 5.7 Wärmeverhalten
Warmlagerungsversuch nach DIN 53 497, Verfahren B, an mindestens einem kompletten Fertigteil; Lagerungstemperatur (90 ± 1) °C; Lagerungsdauer (22 + 2) h.Seite 5
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D 5.8 Kälteverhalten
Lagerung von mindestens zwei kompletten Fertigteilen in Luft bei (-40 ±1) °C; Lagerungsdauer (22 + 2) h.
Kugelfallprüfung
5.9 Kälteverhalten,
Kugelfallprüfung nach PV 3905, jedoch Grundplatte (Probenauflagefläche) aus ≥ 10 mm dickem Stahlblech ohne Vertiefung an mindestens drei Fertigteilen. Kugelfallhöhe (450 ± 5) mm.
5.10 Lichtechtheit
Falls in der Zeichnung die Anzahl von Belichtungsperioden nicht definiert ist, gilt folgende Rege-lung:
─ 3 Belichtungsperioden für Bauteile im Bereich indirekter Sonneneinstrahlung.
─ 5 Belichtungsperioden für Bauteile im Bereich direkter Sonneneinstrahlung (z. B. Türbrüstung). ─10 Belichtungsperioden für Bauteile im Bereich höchster Sonneneinstrahlung (z. B. Heckabla-ge).
Unterlagen
6 Mitgeltende
TL 1010 Innenausstattungsmaterialien, Brennverhalten; Werkstoffanforderungen
PV 1303 Nichtmetallische Werkstoffe; Belichtungsprüfung für Bauteile des Fahrzeu-ginnenraumes
PV 3905 Organische Werkstoffe; Kugelfallprüfung
VW 011 55 Fahrzeug-Zulieferteile allgemein; Genehmigung von Erstlieferung und Än-derung
VW 501 80 Bauteile des Fahrzeuginnenraumes; Emissionsverhalten
VW 501 85 Fahrzeugbauteile; Freibewitterungsbeständigkeit
VW 911 01 Umweltnorm Fahrzeug, Fahrzeugteile, Werkstoffe, Betriebsstoffe; Schad-stoffvermeidung
DIN 50 014 Klimate und ihre technische Anwendung; Normalklimate
DIN 53 479 Prüfung von Kunststoffen und Elastomeren; Bestimmung der Dichte
DIN 53 497 Prüfung von Kunststoffen; Warmlagerungsversuch an Formteilen aus ther-moplastischen Formmassen ohne äußere mechanische Beanspruchung DIN 53 504 Prüfung von Kautschuk und Elastomeren; Bestimmung von Reißfestigkeit, Zugfestigkeit, Reißdehnung und Spannungswerten im Zugversuch
DIN EN ISO 179-1 Kunststoffe; Bestimmung der Charpy-Schlagzähigkeit; Teil 1: Nicht instru-mentierte Schlagzähigkeitsprüfung
DIN EN ISO 527-2 Kunststoffe; Bestimmung der Zugeigenschaften; Prüfbedingungen für Form- und Extrusionsmassen.
DIN EN ISO 2039-1 Kunststoffe; Bestimmung der Härte, Teil 1: Kugeleindruckversuch
DIN EN ISO 3146 Kunststoffe; Bestimmung des Schmelzverhaltens (Schmelztemperatur oder Schmelzbereich) von teilkristallinen Polymeren
DIN EN 20 105-A02 Textilien; Farbechtheitsprüfungen, Teil A02: Graumaßstab zur Bewertung der Änderung der Farbe
VDA 260 Bauteile von Kraftfahrzeugen, Kennzeichnung der Werkstoffe
